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Ummendorf als Wegbereiter: Wandernadel auf Bördisch

Ummendorf, den 16.11.2021
Nach dem Vorbild der Harzer Wandernadel sollen künftig auch im Bördeland Ausflugsstempel gesammelt werden können. Die Gemeinde Ummendorf prescht in dem Vorhaben voran und hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

 

Ein mit Stempelstellen bestücktes „Bördeperlen“-Netz soll es werden, das sich Ausflügler dann Stück für Stück erschließen können. Die Idee ist schon seit drei, vier Jahren in Reife. Die Gemeinde Ummendorf und der zur Stadt Oschersleben gehörende Ortsteil Peseckendorf wollen jetzt sukzessive Nägel mit Köpfen machen und sozusagen als Keimzellen für die Bördeperlen-Wandernadel fungieren.

 
20.000 Euro für Planung

Ein erster Vorstoß zur Realisierung sei an bürokratischen Hürden gescheitert, erklärt Ummendorfs Bürgermeister, Reinhard Falke: „2018 wurde schon einmal versucht, das Projekt über die so genannte Leader-Förderung in Auftrag zu geben. Seinerzeit war der Ummendorfer Trachten- und Brauchtumsverein federführend mit im Boot. Deshalb wurde die Förderung aus formalen Gründen vom Landesverwaltungsamt abgelehnt. Jetzt läuft alles über die Gemeinde, und die Förderung wurde bewilligt.“

Falke meint damit nicht das eigentliche Wandernadel-Projekt, sondern die wegbereitende Machbarkeitsstudie. Die ist derzeit in Arbeit und soll Mitte Dezember erste Ergebnisse in Form eines Grundkonzepts für die Regionen um Ummendorf und um Oschersleben liefern. Die Leader-Förderung dafür beträgt 18 000 Euro, der Ummendorfer Eigenanteil liegt bei 2000 Euro.

 
Fragestellung lautet nicht ob, sondern wie

Die Erwartungshaltung an die Studie – mit der Planung beauftragt ist das Unternehmen Hortec, das unter anderem auch das Projekt Gartenakademie Sachsen-Anhalt konzipiert hat gestaltet – ist laut Falke kein Ob, sondern ein Wie: „Es geht eigentlich nur noch um die Fragestellung, wie wir das Konzept der Bördeperlen umsetzen.“ Reinhard Falke betont zugleich: „Das ist nicht allein auf unserem Mist gewachsen. Der ursprüngliche Ideengeber ist Dr. Mario Engelmann vom Peseckendorfer Kultur- und Heimatverein. Mit ihm zusammen haben wir die Eckpunkte erarbeitet.“

 
Entlehnt, aber nicht kopiert

Die Harzer Wandernadel diente dabei als Vorbild. Jene Aktion ist vereinsgetragen im gesamten Harzgebiet präsent: Man erwirbt ein Stempelheft und hat dann ein Leben lang Zeit, die 222 im Harz verteilten Stempelstationen aufzusuchen, sich auf diesem Weg mit diversen Titeln und Abzeichen zu schmücken. Besonders reizvoll: Es handelt sich oft um Ziele, derer man ohne Stempelstation kaum oder gar nicht gewahr würde. Obendrein gibt es Sonderstempel sowie Themenhefte und -touren. Kurzum, die Harzer Wandernadel ist ein Erfolgskonzept, von dem nicht zuletzt auch der Harz-Tourismus profitiert.

 
Baudenkmäler im Fokus

„Genau das ist auch ein Zweck der Bördeperlen“, sagt Reinhard Falke und umreißt die Vorstellungen dazu so: „Wir können die Harzer Wandernadel freilich nicht eins zu eins kopieren. Wir haben hier keine Berge, Felshöhlen oder besonderen Aussichtspunkte, aber wir haben Burgen, Schlösser und die sogenannten Zuckerpaläste. Das sollen unsere Bördeperlen sein, also weniger Naturdenkmäler, sondern eher Baudenkmäler. Und im Gegensatz zum Harz, wo es ja sehr aufs Wandern zu Fuß bezogen ist, soll es bei uns vielmehr ums Radwandern gehen, was ja auch dem allgemeinen Tourismuskonzept für die Börde entspricht.“

In dem 2018 ausgearbeiteten Exposé heißt es dazu: „Zwischen Harz und Elbe liegt die Magdeburger Börde, die seit mehr als tausend Jahren eines der wichtigsten Landwirtschaftsgebiete im Herzen Deutschlands ist. Und so wird die Region durch Reisende auch häufig wahrgenommen: ein Gebiet, das man möglichst schnell durchquert, vorbei an riesigen Feldern, die bestenfalls eine hoch entwickelte, aber eintönige Agrikultur vermuten lassen. Doch wer sich mit der Regionalgeschichte und dem Naturraum der Börde auskennt, weiß: Diese Region beherbergt trotz oder gerade wegen der langen landwirtschaftlichen Nutzung in fast jedem Dorf geschichtlich wertvolle Zeugen und ist auch landschaftlich reizvoll. Nur werden diese Perlen beim schnellen Durchfahren der Börde nicht wahrgenommen – und manchmal bleiben sie auch den Einwohnern selbst verborgen.“ Dies soll mit der Bördeperlen-Wandernadel geändert werden.

 

Foto: Burg Ummendorf wäre laut Reinhard Falke eine geeignete Bördeperlen-Stempelstation, von der aus die weiteren Perlen im Ort, zum Beispiel die Kirche oder Heinemanns Hof, erkundet werden können. Generell sollen die Stempelkästen eher innerorts postiert werden. Foto: Börde-Museum

 

Bild zur Meldung: Ummendorf als Wegbereiter: Wandernadel auf Bördisch