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Nachforschungen zur Ummendorfer Burg

Ummendorf, den 18.06.2020
Seine sanierungsbedingte Auszeit nutzt das Börde-Museum Burg Ummendorf auch, um sozusagen Forschung in eigener Sache zu betreiben.

 

Die planmäßige Schließung – im zweiten Halbjahr soll eine umfangreiche Sanierungsphase anlaufen – nimmt das Museum zum Anlass, die Geschichte der Ummendorfer Burg weiter zu erforschen. „Schwerpunkt der Studien sind zunächst die Baugeschichte und die damit einhergehende Nutzung des Areals“, sagt Museumsleiterin Dr. Nadine Panteleon.

Ein weiterer Aspekt sei die Untersuchung des historischen Amtsgartens. Panteleon erklärt dazu: „Als die Burg noch als Domäne bewirtschaftet wurde, das war vom späten 17. Jahrhundert bis 1912 der Fall, gab es mehrere dazugehörige Amtsgärten. Dabei handelte es sich unter anderem um Baumgärten mit Obstbäumen, einen Küchengarten und auch einen Hopfengarten.“ Erkenntnis darüber liefern unter anderem Inventarverzeichnisse der Domäne, die im Landesarchiv Magdeburg verwahrt werden.

Die Gärten befanden sich anfangs vor allem auf der Nordseite der Burg, expandierten aber schon bald. „Spätestens im 18. Jahrhundert wurde dann der gesamte Burggraben als Amtsgarten verwendet“, so Panteleon und verweist auf einen kleinen papiernen Schatz: ein Burgplan aus dem Jahr 1795, der detailliert die Einrichtungen der Domäne verzeichnet, darunter auch den noch heute im Garten stehenden Pavillon, dazu zahlreiche Weiden sowie Bienenkörbe.

Nicht nur dem Landesarchiv, sondern auch einem geschichtsrührigen Burgnachbarn ist Nadine Panteleon dankbar für die Unterstützung bei den Nachforschungen: „Wilfried Duwald aus Ummendorf konnte mir aufgrund seiner eigenen Untersuchungen zu seinem privaten Wohnhaus zahlreiche zusätzliche Informationen geben.“ Die Forschungen zu den Gärten und zur Burg seien damit nicht beendet. Es sollen nun noch Vergleiche zu anderen Amtsgärten gezogen werden, „denn Ämter und dazugehörige Garten- oder Parkflächen gab es zu jener Zeit in großer Zahl.“

Am Sonntag, 21. Juni, können Besucher wieder durch den Garten des Börde-Museums flanieren. Geöffnet ist von 11 bis 17 Uhr. „Wir beteiligen uns damit am landesweiten Projekt Gartensommer 2020 – offene Gärten in Sachsen-Anhalt“, erörtert Panteleon. „Bereits seit 2018 ist unser Kräutergarten als Schaugarten im Netzwerk ‚Natur im Garten‘ ausgezeichnet. Dieses setzt den Gedanken an ein Gartenland des fest etablierten Verbunds ‚Gartenträume – historische Parks in Sachsen-Anhalt‘ weiter fort.“

Generell sind trotz der Schließung der Innenausstellung neben dem Kräutergarten die Landtechnikhalle, der Skulpturengarten sowie die Ausstellung zum Kalisalzbergbau geöffnet. „Wer also an diesem Sonntag einen Besuch nicht einrichten kann, hat ansonsten dienstags bis freitags zwischen 9 und 17 Uhr die Gelegenheit dazu“, so die Museumsleiterin.

 

Foto: Kartenschatz aus dem Jahr 1795: ein Plan der bewirtschafteten Burg Ummendorf. Gekennzeichnet sind unter anderem der Amtsgarten, der Brauhof sowie der Vieh- und Milchhof. Foto: Börde-Museum

 

Text: Ronny Schoof - Volksstimme

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Nachforschungen zur Ummendorfer Burg